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Montag, 14. September 2009 um 18:32 |
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Die chemische Industrie bildet laut öffentlicher Statistik mit 107.000 Beschäftigten in 2007 eines der industriellen Rückgrate in Nordrhein-Westfalen. Sowohl in der Gesundheitsvorsorge, als Zulieferer standardisierter und hochwertiger Produkte für andere Wirtschaftssegmente sowie der Landwirtschaft und Ernährung leisten chemische Produkte und Verfahren Lösungsbeiträge für (zukünftiges) Leben und beim Umwelt- und Klimaschutz. Unter stofflichen Gesichtspunkten ist der Sektor äußerst bedeutend. Quantitativ unterschätzt die amtliche Statistik die Stellung des Sektors indes systematisch. Bei Berücksichtigung der realen Zusammenhänge zwischen industrieller Fertigung und produktionsnahen Dienstleistungen, die mit der Schaffung sog. Chemieparks im letzten Jahrzehnt einhergingen, wird in dem Bericht eine direkte Beschäftigung in Höhe von 210.000 Arbeitsplätzen der Chemie- und Kunststoffindustrie abgeleitet. Pro Chemie-Arbeitsplatz kommen jeweils drei zusätzliche Arbeitsplätze über multiplikative Effekte hinzu.
Bis zum Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die nordrhein-westfälische Chemieindustrie ihr Potenzial bei weiter geöffneten Weltmärkten ausschöpfen können. Dazu hat auch die Innovationsintensität des Wirtschaftszweiges beigetragen. Rund 15,5 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsleistungen sind der deutschen Chemieindustrie zuzurechnen. Die in NRW stark vertretene Grundstoffindustrie ist derzeit allerdings verstärktem Wettbewerb aus dem Fernen und Nahen Osten ausgesetzt. Nicht nur in diesem Bereich sind industriepolitische Aktivitäten geboten. Neben der Initiierung eines gesellschaftlichen Dialogs über die Bedeutung und Rolle der Chemieindustrie ist der Vorschlag einer steuerlich begünstigten F&E-Unterstützung zu prüfen. Trotz restriktiver Finanzlage sind die öffentlichen F&E-Ausgaben zu erhöhen, um Forschungsverbünde, Leuchtturmprojekte u.a. zu initiieren. Das hohe Qualifikationsniveau der Beschäftigten ist vor allem durch regionale Ansätze speziell für kleine und mittelständische Unternehmen zu halten und zu verbessern. Unter diesen Bedingungen scheint die Mehrzahl der Chemieunternehmen in Nordrhein-Westfalen gut gerüstet zu sein, den durch vielfältige Megatrends ausgelösten kommenden Strukturwandel nicht nur mitzugehen, sondern durch Produkt- und Verfahrensinnovationen auch aktiv zu gestalten.
Der Endbericht kann hier heruntergeladen werden. |